Luthers Hochzeit?

Das Stadtfest "Luthers Hochzeit" ist ja bekanntlich in diesem Jahr (2019) zum fünfundzwanzigsten Mal gefeiert worden. Nachdem das Fest nun mehrere Jahre infolge ein Minusgeschäft gewesen ist und sich die negativen Stimmen häufen, drängt sich die Frage auf, ob es nicht langsam Zeit für eine Neuerung ist. Anstelle von Symptombekämpfung ist eine komplette Entfernung ratsam?

Meine Meinung dazu:

Ich denke nach fünfundzwanzig Jahren ist es Zeit, dass Stadtfest in den verdienten Ruhestand zu schicken. Was, ausser Vetternwirtschaft, spricht dagegen? Rückläufige Besucherzahlen, fehlendes Flair, viele Wittenberger die sich nicht mehr damit identifizieren können. Alles Gründe um zu sagen "das wars". Aber, dass Stadtfest ansich muss ja nicht gänzlich zu Grabe getragen werden. Wie wäre es denn mit einer Aufsplittung? Wir haben soviele tolle Lokalitäten und ein ganzes Jahr Zeit um jedes Wochenende zu feiern. Das Stadtfest hat mal wieder hunderttausende Euro gekostet. Für ein Wochenende! Abzüglich der anderen Veranstaltungen "Töpfermarkt", "Erlebnisnacht" etc pp; wieviele Wochenenden im Jahr ist dann nichts in Wittenberg los? Wir als Betreiber der Wohnkultur sehen doch das tägliche Trauerspiel live vor unserer Tür. Die Läden sind leer, die Bestuhlung der Gastronomen langweilt sich und der Straße wird nur Leben durch durchrasende Lieferdienste und der unsäglichen Bimmelbahn eingehaucht. Die Touristenbusse speien ihren Inhalt am Lutherhaus in die schreckliche Bimmelbahn, die karrt die Touristen von "Sehenswürdigkeit" zu "Sehenswürdigkeit" und kotzt dann ihren Inhalt zurück in die Touristenbusse. Und das mehrmals am Tag. Es fehlt an Leben in der Stadt. An jeder Ecke fehlt Leben. Wozu soll denn ein Wittenberger noch in die Innenstadt kommen? Identifizieren kann sich eh kaum noch jemand mit Wittenberg. Und wenn eh nix los ist, brauch man auch nicht hier sein. Die Veranstaltungen die hier zwischendurch stattfinden, sehen meist eh so aus als wären sie für die Möchtegern-Eliten dieser Stadt gemacht. Allerdings sind das Menschen, die tatsächlich niemand brauch.


Ich denke es wäre besser wenn das Geld für Luthers Hochzeit in eine klassische Kulturförderung fließen würde. Und damit meine ich nicht das was das Clack Theater macht. Denn das ist einfach übelster Kommerz für die vermeintliche Elite. Sicher mag es sein das solche Veranstaltungen für viele Menschen interessant sind und das ist auch gut so. Aber durch eine klassische Kulturförderung darf sowas natürlich nicht unterstützt werden. Die Idee von mir ist, jedem Hof ein bestimmtes Budget für Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen. Mit der Prämisse auf die Wittenberger Region, der Wittenberger Historie und der Wittenberger Bürger. 


Kurze Pause, Fortsetzung folgt. 

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